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Geschrieben am 7. Februar 2019 von bizmo

Kann dieser Salat die Welt retten?

Wir wissen, dass Essen der größte einzelne bestimmende Faktor für unsere Gesundheit ist, und Essen ist kompliziert. Lebensmittel bestehen nicht nur aus komplexen chemischen Bestandteilen, die unseren Körper in vielerlei Hinsicht beeinflussen (sowohl gut als auch schlecht), sondern sobald man über Tierschutz, Anbaumethoden und Wassernutzung nachdenkt, fragt man sich, wie man sich denn als „guter Mensch“ ernähren sollte. Rein vegetarisch oder vegan kann nicht die ganze Antwort darauf sein.

Es geht um die Ernährungsweise, die es uns erlaubt im Jahr 2050 geschätzte 10 Milliarden Menschen zu ernähren und das bei einem allgemein wärmeren Klima. Es geht um die Notwendigkeit, eine wachsende Weltbevölkerung mit einer gesunden Ernährung zu versorgen und gleichzeitig nachhaltige Lebensmittelsysteme zu definieren, welche die Schäden für unseren Planeten minimieren.
Mit genau diesem Thema befasst sich die EAT-Lancet-Kommission. Ein kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellter, wissenschaftlich fundierter Bericht der Kommission definiert eine Ernährung, die dieser Notwendigkeit entspricht, und kommt dabei auf eine Kalorienaufnahme für einen erwachsenen Menschen von circa 2500 kcal/Tag. Die anteilsmäßige Verteilung der verschiedenen Makronährstoffe in unserer täglichen Ernährung sieht für die EAT-Lancet-Kommission dabei so aus:

Makronährstoffe

Screenshot: eatforum.org

Die Richtung ist klar: Viel mehr Korn, Gemüse, Früchte, Nüsse und dafür viel weniger Zucker, Fleisch und ungesunde Fette als unsere heutige Ernährungsweise enthält.
Soweit so gut. Es gibt sicherlich auch schon viele Menschen, die ihre eigene Ernährungsweise in etwa diesem Ideal angepasst haben, doch es ist erforderlich, dass unsere gesamten Gesellschaften ihre Ernährung transformieren und eine neue Ernährungskultur entwickeln.

Das bedeutet, dass wir weltweit Rezepte entwickeln müssen, die den oben genannten Makronährstoff-Fahrplan entsprechen. Eine große Aufgabe, vor die wir weltweit gestellt sind. Eine Menge Arbeit für eine Menge Köche. Claire Lower ist eine der Pionierinnen, die sich mit der Rezeptentwicklung auf den Grundlagen der EAT-Ernährungskultur befasst. Eines ihrer ersten Rezepte ist ein Salat, der sich hervorragend für Menschen eignet, die sich ihr Essen mit auf die Arbeit nehmen wollen, weil das ihre einzige Chance auf eine gesunde Mahlzeit ist.
Und hier ist er, der Salat mit Linsen, Kirschtomaten, Pilzen, Schalotten, Käse, Dressing und sogar etwas Bauchspeck– wir taufen ihn der Einfachheit halber „Weltrettungssalat“:

Für den Salat brauchst du:
– 100 Gramm gekochte Linsen
– 28 Gramm gewürfelter Bauchspeck
– 150 Gramm geschnittene Pilze (nimm welche, die dir am besten schmecken)
– 100 Gramm Kirschtomaten
– 10 Gramm Schalotte fein gehackt (etwa ein Viertel einer Schalotte)
– 30 Gramm von deinem Lieblingskäse (Ziegenkäse schmeckt toll, doch nimm einfach den, der dir am
besten schmeckt)

Für das Dressing brauchst du:
– ½ Tasse ungesättigtes Öl (Pistazienöl ist super, aber Olivenöl ist auch perfekt)
– ¼ Tasse Zitronensaft
– 4 Knoblauchzehen
– 2 Esslöffel Dijon-Senf
– 2 Esslöffel Nährhefe
– 1 Esslöffel Ahornsirup
– 1 Esslöffel deiner Lieblingskräuter (zum Beispiel Thymian)
– ½ Teelöffel koscheres Salz + etwas mehr für den Knoblauch

So machst du den Salat:
Zuerst machst das Dressing. Schäle den Knoblauch, zerstampfe die Zehen grob und bestreue sie mit etwas Salz. Zerdrücke die Zehen weiter mit dem Messer, bis du eine grobe Paste vor dir hast.
Gib diese Paste in ein Glas mit Deckel und gib die restlichen Zutaten hinzu. Schüttle die Paste solange, bis sie emulgiert und stelle sie beiseite, damit sich die Aromen in Ruhe entwickeln können. Zum Emulgieren schütteln, dann das Glas zur Seite stellen, damit sich die Aromen in Ruhe entwickeln können.
Jetzt nimmst du dir die Kirschtomaten vor. Entweder du halbierst sie einfach und verwendest sie so, oder du blanchierst sie und häutest sie. Wenn du die Haut entfernt, dann nimmt die Tomate besser das Dressing in sich auf und der Salat wird noch viel schmackhafter. Wenn du die Kirschtomaten blanchiert und abgezogen hast, dann lasse sie etwas abkühlen, bevor du etwas von dem Dressing über sie träufelst und mit Salz und Pfeffer würzt. Auch die Tomaten stellst du nun abgedeckt zur Seite.
Nun nimmst eine kalte, antihaftbeschichteten Pfanne (Antihaftbeschichtung ist wichtig, damit du kein weiteres Öl brauchst), brätst den Bauchspeck bei mittlerer Hitze, bis das Fett ausgelassen und der Bauchspeck knusprig ist. Den Bauchspeck herausnehmen, das Fett in der Pfanne lassen und bei mittlerer Temperatur erhitzen. Die Champignons in diesem Fett knusprig braten, solange bis sie kaum noch Flüssigkeit enthalten.
Die gekochten Linsen, den Bauchspeck, die Champignons, den Käse und die Schalotte mit einem weiteren (oder auch 2) Esslöffel Dressing vermengen und die Tomaten darauflegen.
Wenn du mehr Gemüse möchtest, serviere den Salat einfach auf einem Bett aus Gemüse, je nachdem, was du noch im Kühlschrank hast.
Dieser Salat kann ein oder zwei Tage vor dem Verzehr zubereitet werden – er ist eines der Gerichte, die besser werden, wenn es Zeit hat gut durch zuziehen.

Weitere Informationen zum Thema findest du unter:
https://eatforum.org/learn-and-discover/

Den EAT-Lancet-Report in verschiedenen Sprachen unter:
https://eatforum.org/eat-lancet-commission/eat-lancet-commission-summary-report/

 

Wem dieser Salat zu viel Arbeit ist, kann darüber nachdenken, dass er mit diesem Salat dabei hilft, die Welt in das Jahr 2050 hinüber zu retten!

 

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