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Andere Länder andere Sitten
Geschrieben am 23. September 2018 von bizmo

Andere Länder, andere Sitten

Die Ellbogen nicht auf den Tisch, Schmatzen ist tabu und es wird ordentlich mit Messer und Gabel gegessen – so in etwa sehen Tischmanieren in Deutschland aus. Aber was ist, wenn der gut erzogene Deutsche in die Ferne reist? Da kommt er unter Umständen nicht sehr weit mit seinem Benehmen am Tisch. Schlimmer noch, er kann grobe Fehler machen und sich komplett daneben benehmen. Häufig wird einfach vergessen, dass Tischsitten von Land zu Land unterschiedlich sind. Was hier zu Tisch als unanständig gilt, kann in anderen Ländern gang und gäbe sein. Daher hier die Tischsitten einiger anderer Nationen:

USA: Eine Hand bleibt frei
In den USA wird für gewöhnlich mit nur einer Hand gegessen, während die zweite ganz ruhig im Schoß liegen bleibt. Der Legende nach soll dies ein Vermächtnis aus dem Wilden Westen sein. Weil er sich dort zu jeder Zeit vor Feinden fürchten musste, behielt der Cowboy stets – eben auch beim Essen – eine Hand an der Waffe. Und so kam es, dass viele Amerikaner auch heute noch ihr Essen zunächst klein schneiden, um es anschließend einhändig mit der Gabel zu verspeisen.

Japan: Schlürfen ja, aber nie die Stäbchen kreuzen
Wenn in Japan gerülpst und geschlürft wird, dann freut sich der Koch, denn das ist für ihn ein Kompliment an seine Kochkunst. Es schmeckt dem Gast und das soll man hören. Wer in Japan sogar mit Stäbchen isst, der muss allerdings ein paar Besonderheiten beachten. Mit dem Esswerkzeug gestikuliert man nicht wild herum und es darf vor allen Dingen nicht gekreuzt werden oder in den Reis gesteckt werden. Das ist nur bei einem Totenmahl zu Ehren der Toten üblich und erlaubt. Die Stäbchen werden auch nicht aneinander gerieben und sie dürfen auch nicht abgeleckt werden. Wer mit den Stäbchen auf eine andere Person zeigt, beleidigt diese, ähnlich wie es bei uns als eine Beleidigung gilt, wenn man mit dem nackten Zeigefinger auf eine andere Person zeigt.

China: Hier wird beim Essen geraucht
Dieselben strengen Stäbchen-Regeln  wie in Japan, gelten übrigens auch in China und anderen asiatischen Ländern. In China kommt ein weiterer Punkt hinzu: Das Rauchen. In China gehört das Tabakrauchen einfach zum Essen dazu, es ist praktisch ein integrativer Bestandteil des Essens. Während Europäern Zigarettenrauch den Geschmack am Essen verdirbt, so gilt er in China als appetitanregend.

Russland: Wer satt ist hört einfach auf zu essen
So sollte es eigentlich immer sein, dass man immer genau dann aufhört zu essen, wenn man satt ist. In Russland gilt diese Regel aber nicht, um Übergewicht zu verhindern, sondern aus Höflichkeit. Wenn man nämlich einen Rest seines Essens auf dem Teller liegen lässt, dann weiß der Koch in Russland, dass das Essen geschmeckt hat und er seine Arbeit gut gemacht hat. In Deutschland gilt genau das Gegenteil!

Arabien und Indien: Essen mit der Hand, aber auf keinen Fall mit der Linken!
Dass immer noch in vielen arabischen Ländern und auch in Indien und Pakistan, mit der Hand gegessen wird, wissen viele. Aber leider vergessen Europäer dabei oft etwas Entscheidendes: mit der linken, der „unreine“ Hand darf nicht gegessen werden. Warum? In Arabien benutzt man die linke Hand immer dann, wenn man sich nach der Toilette reinigt. Daher gilt die linke Hand eben als die „unreine“ Hand und die Tischregel versteht sich von selbst. In Indien sollte man sich zusätzlich zwischen den verschiedenen Gängen die Hände waschen, um nicht als unrein zu gelten.

Frankreich: Das Baguette ist wirklich heilig
In Frankreich gelten strenge Sitten bei Tisch und vor allen Dingen sehr viele! In Frankreich muss so gut wie alles mit Besteck gegessen werden, sogar Hühnchenkeulen, die man in Deutschland hingegeben selbst in einem noblen Restaurant mit der Hand zum Abbeißen halten darf. Der Salat dagegen muss erst mundgerecht mit Messer und Gabel gefaltet werden. Die heiße Suppe darf nicht durch Pusten abkühlt und die Käseplatte nicht komplett geleert werden. Schmatzen und andere Geräusche sind beim Essen in Frankreich komplett tabu. Doch die wichtigste Regel in Frankreich: Das Baguette darf niemals mit dem Messer abgeschnitten werden, sondern muss mit der Hand in Stücke gebrochen werden.

Korea: Der Älteste isst zuerst
In Korea darf erst mit dem Essen begonnen werden, wenn der Älteste am Tisch den ersten Bissen genommen hat. Außerdem muss man beim Mahl still sein und schweigen, denn wer spricht kann sich nicht voll auf den Genuss des Essens konzentrieren.

Italien: Spaghetti müssen auf die richtige Art und Weise gegessen werden
Der Rest der Welt glaubt, in Italien würde man Spaghetti mit der Gabel gegen den Löffel drehen und das Spaghetti-Häufchen dann kunstvoll auf den Löffel streichen und in den Mund schieben. Dem ist nicht so. Schlimmer ist es nur noch, wenn man die Spaghetti mit dem Messer zerschneidet! Wer in Italien nicht unangenehm auffallen möchte, sollte Messer und Löffel schnell zur Seite legen und nur mit der Gabel hantieren. Das bedeutet: Beim Italiener in Italien werden die Spaghetti allein mit der Gabel aufgedreht und ungeschnitten verzehrt. Wer das nicht kann, sollte sich eine andere Pastaform bestellen!

Britain: Auch beim Essen durch und durch ein Gentleman
Einen Engländer kann man beim Essen leicht erkennen: Jeder Bissen wird mit Messer und Gabel abgeschnitten, dann wird das Messer abgelegt und die Gabel in die rechte Hand gewechselt und dann – und erst dann – wird der Bissen gegessen. Dann werden Messer und Gabel erneut in die Hände genommen und das Ganze beginnt von vorne los. Das ist für Nicht-Engländer ziemlich umständlich, dafür aber „very british“.

Thailand: Immer ohne Messer
In thailändischen Restaurants wird nur mit Gabel und Löffel gegessen. Ein Messer braucht man hier nicht, denn das Essen wird dem Gast bereits in mundgerechten Stückchen serviert. Die Gabel in der linken Hand gehalten und der Löffel in der Rechten. Aber Vorsicht: Die Gabel dient in Thailand nur dazu, das Essen auf den Löffel zu schieben. Also niemals das Essen mit der Gabel zum Mund zu führen, denn dies empfindet der Thailänder als unerzogen, ähnlich wie in Deutschland das Ablecken des Messers als unanständig gilt.

Wir wünschen allen viele leckere Mahlzeiten rund um die Welt, trotz der vielen Regeln, die es zu beachten gilt.

 

Ein Kommentar zu "Andere Länder, andere Sitten"

  1. Melanie sagt:

    Wow, da bekommt man gleich Lust auf Reisen zu gehen. Mit bizmo ist das sicherlich auch schon bald möglich!

     

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